Pressespiegel zur Mandatsträgerkonferenz

Veröffentlicht am 25.03.2018 in Kreisvorstand

Wie begegnet man dem Schulsterben, vor allem auf dem Land? Was kann man gegen permanente Unterrichtsausfälle und Azubi-Mangel tun? Wenn es nach der SPD geht, sind die Lösungen klar. Schließlich sitzt der oberste Dienstherr im Klassenzimmer: das Kind.

Schulpolitik mit dem Schulkind im Mittelpunkt: So, wie es sich Peter Danninger, Sprecher des bayerischen Schulleiterverbands, wünscht, ist es beileibe nicht. Gemeinsam mit dem Landtagskandidaten Uwe Bergmann und Albert Schindlbeck, dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV), informierte er daher bei einem SPD-Mandatsträgertreffen in Hahnbach über die Situation an regionalen Grund- und Mittelschulen. Zudem diskutierten die Anwesenden recht lebhaft über Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für die eingangs genannten Probleme.

Zahllose Stundenausfälle, unbesetzte Rektoren- und Konrektorenstellen und ein politisch erzwungenes Abwandern junger, gut ausgebildeter Lehrer machen Lehrern, Schülern und Eltern zu schaffen, zählte Bergmann als wesentliche Probleme auf. Doch auch die Kommunen und die heimische Wirtschaft bekämen die Auswirkungen der aktuellen Bildungspolitik zu spüren: Schulgebäude, die den Ansprüchen nicht mehr genügen und sich allein mit kommunalen Mitteln nicht bedarfsgerecht sanieren lassen, fehlende Azubis besonders im Handwerk und ein Schülerpendeln vom Land in die Stadt, was vor allem kleinere Gemeinden regelrecht ausbluten lässt.

Die Ursachen? Albert Schindlbeck zeigte unter anderem auf, dass das System nicht ausreichend auf Unterrichtsausfälle vorbereitet sei. Wenn bereits zu Anfang des Schuljahres die Hälfte der mobilen Reserven in festen Einsätzen steckten, könnten Ausfälle durch Krankheit und Schwangerschaft kaum aufgefangen werden. Insgesamt komme es zu gut acht Prozent Ausfall, denn auch für aufgeteilte oder nur beaufsichtigte Klassen entfalle faktisch der Unterricht. "Wir brauchen daher 110 Prozent Beschäftigte", forderte Schindlbeck und traf damit genau den Nerv der Sozialdemokraten. Gut ausgebildete Grund- und Mittelschullehrer seien zur Zeit jedoch Mangelware.

Die Mittelschule bewegte ebenfalls die Gemüter. Eine mangelnde Akzeptanz des M 10-Abschlusses seitens der Wirtschaft, aber auch der Eltern trage dazu bei, dass die Mittelschule zu einer Pflichtschule für alle Gestrandeten verkomme. "Der Mittelschulabschluss heißt aber noch lange nicht Endstation", unterstrich die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann vehement.

Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl ging sogar noch weiter. Statt nur an Symptomen eines dreigliedrigen Schulsystems herumzudoktern, deutete er an, dass Schüler auch gemeinsam Schulabschlüsse erreichen könnten.

Mehr auch in Erziehungsfragen ausgebildete Lehrer, eine bedarfsgerechte Verwaltung mit genügend Bürokräften, zeitgemäß ausgestattete Schulen, eine Stärkung der Mittelschule in den Köpfen aller Beteiligten, mehr Mut zum Umbruch - das wäre eine Politik, die sich an den Bedürfnissen heutiger Schüler orientiert. Ob die SPD mit diesen Forderungen und Ideen Gehör finden wird, ist noch nicht absehbar. Denn wer nicht (mit)regiert, hat kaum Chancen, die Schulpolitik entscheidend mitzugestalten. Der oberste Dienstherr sitzt eben doch in München, und (noch) nicht im Klassenzimmer.

 

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